KATSUKI’S GALLERIE





«Wer bin ich, wenn ich mich nicht mit Musik identifizieren kann?»

Interview: Takemoto Katsuki – Zwischen Beats und Identität
Wie hat alles angefangen takemoto?
Katsuki: Es gab nicht diesen einen „Blitzschlag“, es war eher ein langsames Hineinwachsen. Ich habe früher Nächte damit verbracht, alte Funk- und Soul-Samples zu suchen, um daraus eigene Beats zu basteln. Irgendwann wollte ich sehen, wie diese Sounds im Club funktionieren. Mein erster Gig war in einer winzigen, verrauchten Bar – die Anlage war schrecklich, aber die Energie der Leute, als der erste Bass dropte, hat es mich süchtig gemacht. Seitdem gibt es kein Zurück mehr.
aUFGEWACHSEN IN TOKYO, JETZT IN brooklyn – WO IST DEINE HEIMAT?
Katsuki: Meine Kindheit in Tokio war eigentlich ziemlich frei. Meine Eltern waren zum Glück extrem entspannt sie haben mir keine starren Regeln auferlegt, sondern mir den Freiraum gegeben, mich auszuprobieren. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn ohne diesen Freiraum hätte ich wohl nie angefangen, so tief in die Musik einzutauchen.
Aber die Reise war nicht immer einfach. In Japan gab es Momente, in denen mir das Gefühl gegeben wurde, nicht ganz dazuzugehören. Diese Erfahrungen von Ausgrenzung haben dazu geführt, dass ich lange Zeit gar nicht wusste, wo meine Heimat eigentlich ist. Ich habe mich oft wie ein Geist zwischen den Kulturen gefühlt.
Brooklyn war für mich ein Neuanfang. Hier habe ich eine Community gefunden, die Vielfalt feiert. Ich habe irgendwann aufgehört, Heimat an einem Ort festzumachen.


„Meine Heimat ist da, wo ich mich am wohlsten fühle.“
MIT WEM TEILST DU DIR DAS STUDIO?
Katsuki: Ganz ehrlich? Ich arbeite am liebsten alleine. Ich nehme die Dinge am liebsten selbst in die Hand, weil ich eine sehr genaue Vorstellung von meinem Sound habe. Ich teile meine Projekte nicht gerne, bevor sie nicht perfekt sind.
Aber das Interessante ist mein Zuhause: Ich lebe in Brooklyn in einer Wohnung mit meinem besten Freund, Max. Er ist auch DJ und Produzent. Es ist eine ständige kreative Reizüberflutung, wenn du Tür an Tür mit Leuten wohnst, die den gleichen Film fahren. Unsere Musik Stils sind auch sehr verschieden, während ich Techno Sets produziere, erstellt er eigene Trance Sets.
Man Playing Music Inside a Night Club · Free Stock Photo
Hard techno- Wer ist deine Inspiration?
Katsuki: Ich stehe auf Sound, der physisch spürbar ist. Wenn du in einer Lagerhalle in Brooklyn stehst, willst du keine netten Melodien – du willst Energie. Meine größten Einflüsse kommen momentan definitiv aus Europa. Ben Techy ist für mich einer der grössten Inspirationen, wenn es darum geht, diesen klassischen Schranz-Vibe modern und brutal aufzubereiten.

Was ich an ihm liebe, ist diese rohe, fast schon aggressive Attitüde in den Sounds. Es ist schnell, es ist düster und es ist absolut kompromisslos. Ich baue nämlich Sounds für Momente, in denen nur noch der Beat zählt.
30.05.2026 – 74HALL – Ben Techy | Razzle Dazzle – Biletleri | BUGECE